Immer noch aktuell – das Vulkanisieren von Reifen

Vulkanisierte Reifen setzen sich in zunehmendem Umfang auch bei Nutzern von Motorrollern, Quads und Mopeds durch. Vulkanisierte Reifen sind runderneuerte Komponenten, die bereits durch einen Einsatz gewisse Abnutzungen aufwiesen. Durch ausgeklügelte Verfahrenstechniken erhalten die Bereifungen ein gleichwertiges, neues Profil und sind genauso einsatzfähig wie Neubereifungen.

Das Vulkanisieren von Fahrzeugreifen ist noch gar nicht so alt. Grundsätzlich ist dieses Verfahren eine Prozedur, die unmittelbar zum Herstellungsprozess von Reifen gehört und ebenso zur Auffrischung von Altreifen sinnvoll eingesetzt werden kann. Ohne das Vulkanisieren würden die Scooter- und Mopedreifen nicht ihre Elastizität erhalten und die Federungssysteme der Fahrzeuge extrem belasten. Durch das Vulkanisieren bleiben die Reifen zudem auch in kalten Jahreszeiten soweit nachgiebig, sodass ein optimaler Fahrkomfort und eine bestmögliche Haftreibung erreichbar sind.
Beim Vulkanisieren werden dem Naturkautschuk für die Gummimasse zusätzlich Substanzen wie Schwefel und sogenannte Füllstoffe beigegeben. Diese bewährten Rezepturen in Kombination mit den Zugaben bewirken, dass die reifen zum einen eine bessere Elastizität und zum anderen eine hohe Widerstandsfähigkeit erhalten.

Durch das Vulkanisieren von Reifen ist es mit relativ wenig Zeit und geringen Mitteln realisierbar, Beschädigungen zu reparieren. Das Arbeitsprinzip beruht in diesem Zusammenhang auf ein und derselben Vorgehensweise wie beim Vulkanisieren. Zeigen sich am Reifenprofil begrenzte Risse oder andere offensichtliche Beschädigungen an der Oberfläche, können diese durch den Vulkanisiervorgang geflickt werden. Die Fachleute füllen in den beschädigten Zwischenraum eine Gummimasse und ein sogenanntes Vulkanisationsmittel ein. Unter unmittelbarem Einfluss von Hitze und Druck kommt es zu einer untrennbaren Verbindung zwischen den einzelnen Medien.

Das Vulkanisieren von Reifen ist nicht unbegrenzt möglich. Ob diese Vorgehensweise sinnvoll ist oder nicht, hängt von verschiedenen Einflüssen und Gegebenheiten ab. Dies sind beispielsweise der Einsatzbereich und die Kosten der Reifen. Werden leistungsstarke Motorroller mit Hochgeschwindigkeitsreifen gefahren, ist ein Vulkanisieren ausgeschlossen. Weisen tiefer liegende Reifenzonen wie die Karkasse Beeinträchtigungen auf, ist von einem Vulkanisieren ebenfalls abzusehen. In der Regel sehen sich die entsprechenden Fachleute den Reifen erst eingehend an und treffen dann die Entscheidung, ob dieser zu vulkanisieren ist oder nicht. Billigprodukte unter den Reifen, die bereits eine lange Fahrzeit zuverlässig hinter sich gebracht haben, werden in der Regel ebenfalls nicht runderneuert, zumal die Anschaffungspreise für diese Funktionsteile nicht allzu hoch sind. Bei einer Reparatur der Scooter- oder Mopedreifen fallen im Schnitt etwa 20 bis 70 Euro an. Für diesen Preis gibt es im einschlägigen Fahrzeughandel schon serienmäßige Neureifen. Ein Vulkanisieren lohnt sich also nicht immer.

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